Brobygning eller tunnelsyn? En kritisk diskursanalyse af danske og tyske dagblades omtale af Femern Bælt-forbindelsen

Julie Sund Kristoffersen

Student thesis: Master thesis

Abstract

Im Jahre 2007 einigten sich Dänemark und Deutschland nach jahrelangen Diskussionen über den Bau einer Brücke über den Fehmarnbelt. Ein Jahr danach, im Sommer 2008, unterschrieben die Verkehrsminister der beiden Länder einen Staatsvertrag, der das Bauprojekt besiegelte. Sowohl die Vereinbarung zwischen Dänemark und Deutschland als auch das Brückenprojekt selbst wurde in den deutschen und dänischen Medien heftig diskutiert, vor allem weil Dänemark das Projekt fast allein finanziert. Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit der Berichterstattung in den drei größten dänischen und deutschen Tageszeitungen in den Jahren 2007-­ 2008, als man sich auf das Brückenprojekt einigte und den Staatsvertrag unterschrieb. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der folgenden Problemstellung: Wie wurde die Vereinbarung über den Bau einer festen Fehmarnbeltquerung jeweils in den dänischen und deutschen Tageszeitungen beschrieben, und in welcher Weise spiegelt die Berichterstattung das Verhältnis zwischen Deutschland und Dänemark wider? Die kritische Diskursanalyse von Norman Fairclough bildet die theoretische Basis dieser Arbeit. Mit Hilfe seines dreidimensionalen Modells zur Diskursanalyse werden die ausgewählten Zeitungsartikel auf Textebene und als Ausdruck für eine diskursive und soziale Praxis analysiert. Zudem wird auch die theoretische Arbeit von Teun A. van Dijk mit einbezogen, da van Dijk sich über Jahrzehnte speziell mit Nachrichtendiskursen beschäftigt hat. Die Analyse ergibt, dass in den dänischen Artikeln vor allem ein Kampfdiskurs, ein Handelsdiskurs, ein globalisierungspositiver Diskurs und ein Risikodiskurs verwendet wird. Man ist sich in der dänischen Presse darüber im Klaren, dass die Verhandlungen mit Deutschland zu einer dänischen Niederlage geführt hat (Kampfdiskurs) und dass man sich am Ende ein deutsches „Ja“ zum Brückenprojekt erkaufen musste (Handelsdiskurs). In den meisten dänischen Artikeln betrachtet man das Projekt aber dennoch positiv, da man sich viele positive Impulse von der neuen Infrastruktur verspricht (globaliseriungspositiver Diskurs). Nur die Zeitung Jyllands-Posten ist in ihrer Berichterstattung fast durchgehend negativ und weist auf die Gefahr hin, die Dänemarks alleinige Finanzierung des Projektes darstellt (Risikodiskurs). In den deutschen Artikeln wird vor allem ein globaliseringspositiver Diskurs, ein globaliserungsskeptischer Diskurs und ein Kampfdiskurs verwendet. Während die Befürworter der Brücke hoffen, dass nicht nur die dänische sondern auch die norddeutsche Wirtschaft einen Aufschwung erleben wird (globaliseriungspositiver Diskurs), meinen die Brückengegner, dass die Brücke unnötig viel Schaden an Umwelt und Wirtschaft anrichten wird (globaliseringsskeptischer Diskurs). In den deutschen Artikeln werden außerdem die innerdeutschen Diskussionen besonders häufig hervorgehoben (Kampfdiskurs). Als soziale Praxis analysiert, unterstützt sowohl die deutsche als auch die dänische Berichterstattung eine deutsche Hegemonie im dänisch-deutschen Verhältnis. Man ist sich in den dänischen Artikeln darüber im Klaren, dass eine bessere Verbindung zum großen deutschen Exportmarkt für Dänemark von großer Bedeutung ist, während man in Deutschland das Fehmarnprojekt mit einer gewissen Gleichgültigkeit betrachtet. In den deutschen Artikeln wird immerwieder hervorgehoben, dass die Fehmarnbeltquerung vor allem für Skandinavien gebaut wird. Die Berichterstattung in Deutschland und Dänemark verdeutlicht außerdem, dass man in den beiden Ländern eine sehr unterschiedliche Sicht auf Bauvorhaben in dieser Größe hat. In Dänemark hat man sehr gute Erfahrungen mit großen Infrastrukturprojekten und betrachtet sie weitgehend positiv, während es in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend Bürgerproteste gegen große Infrastrukturprojekte wie Stuttgart 21 und dem Flughafen Berlin Brandenburg gegeben hat. In den dänischen Artikeln werden Großbrücken und ähnliche Bauprojekte deshalb fast durchgehend als wünschenswert betrachtet, während man in den deutschen Artikeln etwas skeptischer ist und den Protesten viel Aufmerksamkeit schenkt.

EducationsMA in International Business Communication (Intercultural Marketing), (Graduate Programme) Final Thesis
LanguageDanish
Publication date2013
Number of pages100