Borgeres tillid til deres statsmagt: Indirekte og direkte statslig overvågning i Danmark og Tyskland

Marita Janum Fuglsang

Student thesis: Master thesis

Abstract

Unter dem Eindruck der Digitalisierung und den damit verbundenen erhöhten Risiken für Datenmissbrauch beschäftigt diese Masterarbeit sich mit dem Vertrauen der Bürger in den Staat und staatliche Überwachung in Dänemark bzw. Deutschland. Vermutete Unterschiede bzgl. dem Vertrauen in den Staat und der Bürger unter einander können durch ein internationales Studium bzw. europäische Umfragen bestätigt werden. Die Arbeit soll versuchen diese Unterschiede näher darzustellen und deren Ursachen zu erklären. Dies wird anhand zwei Cases gemacht, die sich jeweils mit einer indirekten bzw. direkten Form von Überwachung beschäftigen. Das erste untersucht die Unterschiede zwischen den zwei Ländern bei der Anwendung von Personenkennziffern/-nummern der staatlichen Behörden in den zwei Ländern und die Meinung deren Bevölkerungen dazu. Das zweite Case untersucht den Umfang der staatlichen Videoüberwachung in dem öffentlichem Bereich und die Ansichten der beiden Bevölkerungen. Dies wird sowohl im Rahmen relevanter Theorien als auch der unterschiedlichen historischen Entwicklungen der beiden Länder gemacht. Die Theorien bestehen einerseits aus Demokratiedefinitionen von zwei Demokratieauffassungen, d.h. Mehrheitsdemokratie (Dänemark) bzw. konstitutioneller Demokratie (Deutschland), anderseits aus Theorien über Vertrauen als einen gesellschaftlichen Wert, Soziale Kapital. Angewendete empirische Daten sind u.a. Ausschnitte der relevanten Gesetzgebung der beiden Länder und Ergebnisse dänischer und deutscher Umfragen bzw. Studien von Meinungen der Bürger. Die Arbeit schließt vor allem, dass der Unterschied in Vertrauen in den Staat hochgradig durch deutlich abweichende historische Entwicklungen der Länder verursacht ist, die auch zu den erwähnten unterschiedlichen Demokratieformen geführt haben. Darunter stellt das erste Case fest, dass es in Deutschland nicht möglich wäre ein zentrales Personenregister mit einer allgemeingültigen Personenkennziffer einzuführen, wie es in Dänemark 1968 gemacht wurde. Wegen Angst vor Registrierung und grundliegenden Misstrauen in den Staat in der deutschen Gesellschaft gibt es stattdessen unterschiedliche Personennummern für verschiedene Zwecke. Die Personenkennziffer konnte dagegen in Dänemark ohne größere Wiederstand eingeführt werden und wird heute bei vielen Aufgaben von allen staatlichen Behörden verwendet. Mit der Digitalisierung ist allerdings eindeutige Kritik an das System entstanden, die aber nicht mit einem abnehmenden Vertrauen in den Staat zu verwechseln ist. Die Unterschiede bzgl. Videoüberwachung im öffentlichen Raum zeigen sich u.a. durch eine insgesamt weit größere Ausbreitung von Kameras in Dänemark als in Deutschland, sowie eine weniger restriktive Gesetzgebung gegenüber staatlichen Behörden. Letzteres ist unter Einfluss von einer geschätzten erhöhten Terrorbedrohung gegenüber Dänemark weiter liberalisiert geworden. Zudem wird die Entwicklung von den Dänen weitgehend akzeptiert und als fördernd für das Sicherheitsgefühl wahrgenommen. Dies ist hochgradig mit einem Vertrauen in den dänischen Staat verbunden. Dagegen existiert eine kritischer Einstellung in der deutschen Öffentlichkeit gegenüber Videoüberwachung im öffentlichem Raum, als in Dänemark. Die obengenannten Unterschiede zwischen Dänemark und Deutschland sind weitgehend auf die erwähnten historischen Abweichungen und unterschiedlichen Demokratieauffassungen zurückzuführen.

EducationsMA in International Business Communication (Intercultural Marketing), (Graduate Programme) Final Thesis
LanguageDanish
Publication date2015
Number of pages87