Wie sind Zeit, Raum und Zustand sprachlich verbunden?

Peter Colliander

    Research output: Contribution to conferencePaperResearchpeer-review

    Abstract

    Seit Einstein weiß man, dass Zeit und Raum keine voneinander unabhängigen Phänomene sind, sondern zumindest wenn man sich der Lichtgeschwindigkeit nähert- dass sie in Relation zueinander stehen, was in der Relativitätstheorie mit dem Begriff ,Raumzeit‘ terminologisch festgehalten wird. Ich möchte in meinem Beitrag der Frage nachgehen, ob nicht auch die deutsche Sprache eine engere Beziehung von Zeit und Raum zum Ausdruck bringt, als man unmittelbar glauben sollte, eine Beziehung, die zur Identität tendiert . Das ist nicht nur im lexikalischen Bereich (vgl. Zeitraum, Zeitpunkt), sondern auch im morphosyntaktischen Bereich nachweisbar, und zwar bei der Kasusrektion gewisser Präpositionen. So regiert in nicht nur in lokalen Zusammenhängen bei Zielgerichtetheit den Akkusativ (Jd. geht ins Kino) und bei Nichtzielgerichtetheit den Dativ (Jd. war im Kino), sondern genauso in temporalen Zusammenhangen (Jd. wünscht jdm . einen guten Start in die neue Woche -Jd. hat in der kommenden Woche Urlaub). Diese an und für sich banalen Tatsachen wurden in der Forschung kaum und in den DaF-Lehrwerken erst recht nicht beachtet, wobei die Tatsache, dass die deutsche Sprache einen Schritt weitergeht und Zustande genauso ,behandelt‘ wie Zeit und Raum, m. W. ganz ignoriert wurde. Darauf werde ich auch eingehen und Konstruktionen wie Etw . kann in unkontrollierte Wut umschlagen - Jd. hat jdn. in unkontrollierter Wut erdrosselt besprechen.
    Original languageGerman
    Publication date2014
    Publication statusPublished - 2014
    EventBegegnungen in Transiträumen / Transitorische Begegnungen: Internationale Tagung der Gesellschaft für interkulturelle Germanistik (GiG) - Mary Immaculate College, University of Limerick, Limerick, Ireland
    Duration: 29 May 20141 Jun 2014
    http://www.ictstudies.eu/internationale-tagung-der-gesellschaft-fur-interkulturelle-germanistik-gig/aktuelles-programm/

    Conference

    ConferenceBegegnungen in Transiträumen / Transitorische Begegnungen
    LocationMary Immaculate College, University of Limerick
    CountryIreland
    CityLimerick
    Period29/05/201401/06/2014
    Internet address

    Bibliographical note

    CBS Library does not have access to the material

    Cite this

    Colliander, P. (2014). Wie sind Zeit, Raum und Zustand sprachlich verbunden?. Paper presented at Begegnungen in Transiträumen / Transitorische Begegnungen, Limerick, Ireland.
    Colliander, Peter. / Wie sind Zeit, Raum und Zustand sprachlich verbunden?. Paper presented at Begegnungen in Transiträumen / Transitorische Begegnungen, Limerick, Ireland.
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    Colliander, P 2014, 'Wie sind Zeit, Raum und Zustand sprachlich verbunden?' Paper presented at, Limerick, Ireland, 29/05/2014 - 01/06/2014, .

    Wie sind Zeit, Raum und Zustand sprachlich verbunden? / Colliander, Peter.

    2014. Paper presented at Begegnungen in Transiträumen / Transitorische Begegnungen, Limerick, Ireland.

    Research output: Contribution to conferencePaperResearchpeer-review

    TY - CONF

    T1 - Wie sind Zeit, Raum und Zustand sprachlich verbunden?

    AU - Colliander, Peter

    N1 - CBS Bibliotek har ikke adgang til materialet

    PY - 2014

    Y1 - 2014

    N2 - Seit Einstein weiß man, dass Zeit und Raum keine voneinander unabhängigen Phänomene sind, sondern zumindest wenn man sich der Lichtgeschwindigkeit nähert- dass sie in Relation zueinander stehen, was in der Relativitätstheorie mit dem Begriff ,Raumzeit‘ terminologisch festgehalten wird. Ich möchte in meinem Beitrag der Frage nachgehen, ob nicht auch die deutsche Sprache eine engere Beziehung von Zeit und Raum zum Ausdruck bringt, als man unmittelbar glauben sollte, eine Beziehung, die zur Identität tendiert . Das ist nicht nur im lexikalischen Bereich (vgl. Zeitraum, Zeitpunkt), sondern auch im morphosyntaktischen Bereich nachweisbar, und zwar bei der Kasusrektion gewisser Präpositionen. So regiert in nicht nur in lokalen Zusammenhängen bei Zielgerichtetheit den Akkusativ (Jd. geht ins Kino) und bei Nichtzielgerichtetheit den Dativ (Jd. war im Kino), sondern genauso in temporalen Zusammenhangen (Jd. wünscht jdm . einen guten Start in die neue Woche -Jd. hat in der kommenden Woche Urlaub). Diese an und für sich banalen Tatsachen wurden in der Forschung kaum und in den DaF-Lehrwerken erst recht nicht beachtet, wobei die Tatsache, dass die deutsche Sprache einen Schritt weitergeht und Zustande genauso ,behandelt‘ wie Zeit und Raum, m. W. ganz ignoriert wurde. Darauf werde ich auch eingehen und Konstruktionen wie Etw . kann in unkontrollierte Wut umschlagen - Jd. hat jdn. in unkontrollierter Wut erdrosselt besprechen.

    AB - Seit Einstein weiß man, dass Zeit und Raum keine voneinander unabhängigen Phänomene sind, sondern zumindest wenn man sich der Lichtgeschwindigkeit nähert- dass sie in Relation zueinander stehen, was in der Relativitätstheorie mit dem Begriff ,Raumzeit‘ terminologisch festgehalten wird. Ich möchte in meinem Beitrag der Frage nachgehen, ob nicht auch die deutsche Sprache eine engere Beziehung von Zeit und Raum zum Ausdruck bringt, als man unmittelbar glauben sollte, eine Beziehung, die zur Identität tendiert . Das ist nicht nur im lexikalischen Bereich (vgl. Zeitraum, Zeitpunkt), sondern auch im morphosyntaktischen Bereich nachweisbar, und zwar bei der Kasusrektion gewisser Präpositionen. So regiert in nicht nur in lokalen Zusammenhängen bei Zielgerichtetheit den Akkusativ (Jd. geht ins Kino) und bei Nichtzielgerichtetheit den Dativ (Jd. war im Kino), sondern genauso in temporalen Zusammenhangen (Jd. wünscht jdm . einen guten Start in die neue Woche -Jd. hat in der kommenden Woche Urlaub). Diese an und für sich banalen Tatsachen wurden in der Forschung kaum und in den DaF-Lehrwerken erst recht nicht beachtet, wobei die Tatsache, dass die deutsche Sprache einen Schritt weitergeht und Zustande genauso ,behandelt‘ wie Zeit und Raum, m. W. ganz ignoriert wurde. Darauf werde ich auch eingehen und Konstruktionen wie Etw . kann in unkontrollierte Wut umschlagen - Jd. hat jdn. in unkontrollierter Wut erdrosselt besprechen.

    M3 - Paper

    ER -

    Colliander P. Wie sind Zeit, Raum und Zustand sprachlich verbunden?. 2014. Paper presented at Begegnungen in Transiträumen / Transitorische Begegnungen, Limerick, Ireland.