Pseudoerzieherische Diskurspraxis: Platons Verständnis der Sophistik

Translated title of the contribution: Pseudo-educational Discourse: Plato's Conception of Sophistry

Research output: Contribution to journalJournal articleResearchpeer-review

Abstract

This article aims to reconstruct the normative distinction between sophistry and dialectics developed in Plato's treatment of sophistry. We begin by describing Plato's notion of sophistry as a knack of persuasion that succeeds by masquerading itself as truth-oriented and by providing gratification for its listeners. We then argue that the stringency of Plato's arguments becomes clear by using his definition of sophistry as a guideline for the interpretation of the dialogues Protagoras and Gorgias. Together, these dialogues provide a well-structured argument that questions the usefulness of sophistic practice, despite its effectiveness in attaining power within the Athenian democratic institutions. Plato's fundamental critique of sophistry differs from certain misleading prejudices against sophistry, also found in Plato's writings and challenged by historical research. The critique is therefore of lasting relevance not only to the understanding of Plato's philosophical agenda but also to the interpretation of 'the sophists'. We end by suggesting that Plato's normative distinction between sophistry and dialectics is also of relevance for our contemporary conception of democratic discursive culture and its legitimacy.
Original languageGerman
JournalAllgemeine Zeitschrift für Philosophie
Volume44
Issue number2
Pages (from-to)155-177
Number of pages23
ISSN0340-7969
Publication statusPublished - 2019

Bibliographical note

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Keywords

  • Dialectic
  • Gorgias
  • Plato
  • Protagoras
  • Sophistic

Cite this

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title = "Pseudoerzieherische Diskurspraxis: Platons Verst{\"a}ndnis der Sophistik",
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author = "Thaning, {Morten S{\o}rensen} and Johan Gersel",
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publisher = "Frommann-Holzboog Verlag",
number = "2",

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Pseudoerzieherische Diskurspraxis : Platons Verständnis der Sophistik. / Thaning, Morten Sørensen; Gersel, Johan.

In: Allgemeine Zeitschrift für Philosophie, Vol. 44, No. 2, 2019, p. 155-177.

Research output: Contribution to journalJournal articleResearchpeer-review

TY - JOUR

T1 - Pseudoerzieherische Diskurspraxis

T2 - Platons Verständnis der Sophistik

AU - Thaning, Morten Sørensen

AU - Gersel, Johan

N1 - CBS Bibliotek har ikke adgang til materialet

PY - 2019

Y1 - 2019

N2 - Dieser Artikel zielt auf die Rekonstruktion der normativen Unterscheidung zwischen Sophistik und Dialektik, die Platon in seiner Behandlung der Sophistik entwickelt. Den Ausgangspunkt bildet die Beschreibung von Platons Verständnis von Sophistik als einer Geschicklichkeit der Überredung, die sich als wahrheitsorientiert ausgibt und ihren Adressaten zu gefallen weiß. Im Anschluss wird die Stringenz von Platons Argumentation verdeutlicht, indem seine Bestimmung der Sophistik zum Leitfaden für die Interpretation der Dialoge Protagoras und Gorgias gemacht wird. Gemeinsam liefern diese Dialoge ein wohlstrukturiertes Argument, das den Nutzen der sophistischen Kunst, trotz ihrer Effektivität als Machtmittel in den Institutionen der attischen Demokratie, in Frage stellt. Diese grundlegende Kritik der Sophistik unterscheidet sich von bestimmten irreführenden Vorurteilen gegenüber der Sophistik, die man ebenfalls in Platons Schriften findet und die durch die historische Forschung in Frage gestellt wurden. Daher ist die Kritik von bleibender Relevanz nicht nur für das Verständnis von Platons philosophischer Agenda, sondern auch für die Interpretation »der Sophisten«. Der Artikel schließt mit Überlegungen zur Relevanz von Platons normativer Unterscheidung zwischen Sophistik und Dialektik für gegenwärtige Konzeptionen demokratischer Diskurskulturen und ihrer Legitimität.

AB - Dieser Artikel zielt auf die Rekonstruktion der normativen Unterscheidung zwischen Sophistik und Dialektik, die Platon in seiner Behandlung der Sophistik entwickelt. Den Ausgangspunkt bildet die Beschreibung von Platons Verständnis von Sophistik als einer Geschicklichkeit der Überredung, die sich als wahrheitsorientiert ausgibt und ihren Adressaten zu gefallen weiß. Im Anschluss wird die Stringenz von Platons Argumentation verdeutlicht, indem seine Bestimmung der Sophistik zum Leitfaden für die Interpretation der Dialoge Protagoras und Gorgias gemacht wird. Gemeinsam liefern diese Dialoge ein wohlstrukturiertes Argument, das den Nutzen der sophistischen Kunst, trotz ihrer Effektivität als Machtmittel in den Institutionen der attischen Demokratie, in Frage stellt. Diese grundlegende Kritik der Sophistik unterscheidet sich von bestimmten irreführenden Vorurteilen gegenüber der Sophistik, die man ebenfalls in Platons Schriften findet und die durch die historische Forschung in Frage gestellt wurden. Daher ist die Kritik von bleibender Relevanz nicht nur für das Verständnis von Platons philosophischer Agenda, sondern auch für die Interpretation »der Sophisten«. Der Artikel schließt mit Überlegungen zur Relevanz von Platons normativer Unterscheidung zwischen Sophistik und Dialektik für gegenwärtige Konzeptionen demokratischer Diskurskulturen und ihrer Legitimität.

KW - Dialectic

KW - Gorgias

KW - Plato

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KW - Sophistic

KW - Dialectic

KW - Gorgias

KW - Plato

KW - Protagoras

KW - Sophistic

M3 - Tidsskriftartikel

VL - 44

SP - 155

EP - 177

JO - Allgemeine Zeitschrift für Philosophie

JF - Allgemeine Zeitschrift für Philosophie

SN - 0340-7969

IS - 2

ER -